Samstag, 13. Februar 2016

Ein bisschen Lissabon für Zuhause: Pastéis de Nata


Hallo Ihr Lieben, 

sehnt ihr euch auch nach Sonne? Dieses graue, nasse Schmuddelwetter mag ich langsam nicht mehr. Ich hätte am Liebsten entweder richtig kaltes Wetter und Schnee, der ein bisschen liegen bleibt, oder ein paar Sonnenstrahlen. 

Bis es soweit ist, muss ich mir wohl warme Gedanken machen und mir die Erinnerung an sonnige Stunden nach Hause holen. 
In Marcel Prousts Buch Auf der Suche nach der verlorenen Zeit waren es Madeleines, kleine französische Gebäckstücke, die schon verloren geglaubte Erinnerungen zurückbrachten. Bei mir sind es Pastéis de Nata

Bitte was? Das war die Reaktion meiner Freunde, die zu Kaffee und Kuchen gekommen waren. Aber wer schon einmal in Lissabon war, kennt sie sicher: die kleinen Blätterteigtörtchen mit einer Füllung aus Eigelb-Crème. 

Ich weiß nicht, wie viele Pastéis ich in meiner Zeit in Lissabon verputzt habe, aber ich sehe mich noch im exotisch begrünten und duftenden Innenhof der Fakultät in der Sonne sitzen, mit einem Buch, einer Bica (dem portugiesischen Espresso) und einem Pastel vor mir... Hach, da wird mir ganz warm ums Herz. 

Wen ich gerade verwirrt habe: ein Pastel, mehrere Pastéis - und das 's' in der Mitte wird übrigens als 'sch' gesprochen, was so ein bisschen diesen charakteristischen "Nuscheleffekt" ausmacht ;-). (Entschuldigt, ihr lieben Portugiesen! Ich finde eure Sprache wirklich wunderschön!)

Und weil ich gerade am Schlaumeiern bin, mache ich mit dem Unterschied zwischen Pastéis de Nata und Pastéis de Belém weiter. 'Nata' bedeutet Sahne, Belém steht für den Lissabonner Stadtteil. Nur die ganz echten, originalen, einzig und wahrhaftigen Törtchen dürfen Pastéis de Belém genannt werden. Und an die kommt nichts heran, denn das Rezept mit den exakten Mischungsverhältnissen, das ein Mönch des Hieronymusklosters zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die nahe Zuckerraffinerie verkaufte, wird bis heute geheimgehalten.

Kein Wunder, dass die Touristen dort Schlange stehen! In meinen Träumen befinde ich mich gerade mitten in diesem Trubel, unter den tiefblauen Markisen des gekachelten Hauses und blinzele in die Sonne.

Bis es wieder soweit ist, hilft mir dieses Rezept für goldgelbe Pastéis de Nata, die Erinnerung an wohligwarme Sonnenstrahlen wieder hervorzuzaubern.
Das Einzige, was ich anders mache: Statt Tiefkühlblätterteig nehme ich zwei Packungen frischen Blätterteig aus dem Kühlregal. Das und die Füllung (Mengenangaben wie im Rezept) reichen dann bei mir für 24 Pastéis.

Gebacken habe ich sie ja schon mehrmals, aber fotografiert?  Gar nicht so leicht... Da muss ich mir auf Dauer wohl noch etwas einfallen lassen. Aber immerhin schmecken sie :-).
 
Ein wunderbares Wochenende mit viel Kuchen wünscht euch
eure Bine

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